
»Ist es wahr, Fürst, daß Sie einmal gesagt haben, die Welt werde durch die Schönheit erlöst werden?«
— Ippolit an Fürst Myschkin (Teil III, Kapitel V)
Dostojewskis Roman „Der Idiot“ handelt von Fürst Lew Myschkin. Nach Jahren im Ausland kehrt Fürst Myschkin nach Russland zurück. Er ist aufrichtig, gutherzig und frei von Misstrauen. Jene Eigenschaften, die ihn in einer Gesellschaft voller Eitelkeit, Geldgier und Intrigen wie einen Fremden erscheinen lassen.
Schon bald gerät Myschkin zwischen zwei außergewöhnliche Frauen: die geheimnisvolle und gesellschaftlich geächtete Nastasja Filippowna und die junge, selbstbewusste Aglaja. Zwischen Liebe, Eifersucht und verletztem Stolz entwickelt sich ein verhängnisvolles Beziehungsgeflecht.
Dostojewski erzählt von einem Menschen, der versucht, seinen Mitmenschen mit bedingungslosem Mitgefühl zu begegnen und daran in einer Welt voller Leid, Leidenschaft und Egoismus zu zerbrechen droht. Der Idiot ist ein tiefgründiger Roman über die Frage, ob Güte in einer unvollkommenen Welt bestehen kann.
Dabei stellt der Roman eine Frage, die Jahrzehnte später auch Erich Fromm in Die Kunst des Liebens beschäftigt: Was bedeutet es eigentlich, wirklich zu lieben? Der Roman liest sich dadurch fast wie ein Gedankenexperiment zu Fromms Buch: Was passiert, wenn ein Mensch tatsächlich so liebt, wie Fromm es als Ideal beschreibt, und zwar kompromisslos, ohne die schützenden Selbsterhaltungsmechanismen, die die meisten Menschen einbauen? So lässt sich Der Idiot auch als eindringliche Auseinandersetzung mit der Möglichkeit und den Grenzen menschlicher Liebe lesen.
Zur Besprechung des Romans treffen wir uns am Donnerstag, den 05.11.2026 um 19 Uhr in der Kuppel der Centrum-Moschee.
(Böckmannstr. 40, 20099 Hamburg)
Do, 05.11.2026 · 19 Uhr · Präsenz
In der Kuppel der Centrum-Moschee
Teil des Jahresprogramm "Beauty & Gesellschaft"
Literarischer Diskussionskreis zum Buch "Der Idiot" von Dostojewski