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SUMMARY:10/2026 Lesezirkel im Oktober
DESCRIPTION:Was\, wenn Liebe kein Gegenpol zur Politik wäre\, sondern ihre notwendige Ergänzung? \nFür den Psychoanalytiker Erich Fromm muss die Gesellschaft so organisiert werden\, „dass die soziale\, liebevolle Seite des Menschen nicht von seiner gesellschaftlichen Existenz getrennt\, sondern mit ihr eins wird. [..] Der Glaube an die Möglichkeit der Liebe als einem gesellschaftlichen Phänomen und nicht nur als einer individuellen Ausnahmeerscheinung ist ein rationaler Glaube\, der sich auf die Einsicht in das wahre Wesen des Menschen gründet.“ \nWie aber kann ein solcher „rationaler Glaube“ überhaupt entstehen? Wie öffnen wir unsere Herzen füreinander\, wenn unsere Welt zunehmend von Spaltung\, Polarisierung und Konflikten geprägt ist? \nNavid Kermani greift diesen Gedanken in seinem vielbeachteten Buch „Wenn sich unsere Herzen gleich öffnen. Über Politik und Liebe“ auf und macht ihn erfahrbar: durch die Totenwaschung seines Vaters\, durch Musik\, durch die Hochzeit seiner Tochter. Persönliche Momente treffen auf die großen Erschütterungen unserer Zeit: Krieg\, Demokratiekrise\, der Wandel des Westens. Doch sein Buch ist keine bloße Bestandsaufnahme einer krisenhaften Gegenwart. Immer wieder führt er zurück zu einer grundlegenden Frage: Wie können wir trotz aller Unterschiede miteinander verbunden bleiben? \nDabei versteht Kermani Liebe nicht als Gegenpol zur Politik\, sondern – ganz im Sinne Fromms – als eine Haltung\, die auch für unser gesellschaftliches Zusammenleben entscheidend sein kann. Zuhören\, Empathie und die Bereitschaft\, den anderen nicht zum Feind zu machen\, werden bei ihm zu Formen des Widerstands gegen die fortschreitende Spaltung. \nZur Besprechung des Buches treffen wir uns am Donnerstag\, den 08.10.2026 um 19 Uhr im Seminarraum des Asien-Afrika-Instituts.\n(Edmund-Siemers-Allee 1\, 20146 Hamburg\, Ostflügel).
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SUMMARY:Meet&Muhabbet – Moschee der Zukunft?
DESCRIPTION:Liebe Interessierte\, \nnach unserem inspirierenden Themenabend mit dem preisgekrönten Architekten Alen Jasarevic möchten wir die dort angestoßenen Fragen im Rahmen unseres nächsten Meet & Muhabbet weiter vertiefen. \nWie kann eine Moschee in den konkreten sozialen\, kulturellen und räumlichen Gegebenheiten ihres Umfelds verwurzelt sein? Was bedeutet es\, nicht nur gebaut\, sondern auch gesellschaftlich verankert zu werden? Welche Formen der Offenheit\, Teilhabe und Nachbarschaft braucht eine Moschee\, damit sie als selbstverständlicher Teil des Gemeinwesens wahrgenommen wird? \nDiese Fragen gewinnen insbesondere vor dem Hintergrund einer viel diskutierten Kritik von Professor Abdal Hakim Murad an Bedeutung. Er weist darauf hin\, dass zahlreiche Moscheen in Europa Gefahr laufen\, zu „Ethno-Tempeln“ zu werden\, also Einrichtungen\, die primär die kulturellen Prägungen einzelner Herkunftsgruppen widerspiegeln\, anstatt als offene religiöse und gesellschaftliche Räume für die gesamte Stadtgesellschaft zu wirken. Wie können Moscheen diesem Anspruch gerecht werden und Orte schaffen\, die religiöse Identität bewahren\, zugleich aber Brücken in die Gesellschaft hinein bauen?\nDaran möchten wir anknüpfen und gemeinsam der Frage nachgehen: \nWie sieht die Moschee der Zukunft aus? \nDabei wollen wir die Moschee ganzheitlich und aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven betrachten. Welche architektonischen\, städtebaulichen und ingenieurtechnischen Anforderungen stellen sich? Wie können tragfähige Finanzierungs- und Wirtschaftskonzepte entwickelt werden? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind von der Rechtsform bis zum Bau- und Genehmigungsrecht zu berücksichtigen? Und wie können Moscheen zugleich Orte der Bildung\, Pädagogik\, Gesundheit\, Prävention\, Begegnung und des gesellschaftlichen Engagements sein? \nEinen Impuls zum Thema gibt Joachim Reinig\, Architekt\, Stadtplaner und langjähriger Sanierungsarchitekt des Hamburger Michels. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit Fragen der Sichtbarkeit\, Verortung und gesellschaftlichen Bedeutung muslimischer Gemeinden und setzt sich für Moscheen als Orte der Teilhabe\, Integration und des Gemeinwohls ein.\nNach dem kurzen Impuls steht vor allem der Austausch im Mittelpunkt. Wir möchten Erfahrungen aus verschiedenen Fachrichtungen zusammenbringen\, bestehende Denkmuster hinterfragen und gemeinsam Ideen für ein zukunftsfähiges\, lebendiges und ganzheitliches Moscheekonzept entwickeln. \nEingeladen sind alle Interessierten aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Ob Architektur\, Ingenieurwesen\, Psychologie\, Recht\, Pädagogik\, Sozialwissenschaften\, Wirtschaft oder Gemeindearbeit\, jede Perspektive bereichert die Diskussion. \nWir freuen uns auf einen offenen Austausch\, spannende Impulse und das gemeinsame Nachdenken über die Moschee der Zukunft. \n📍 Rostocker Str. 7\, 20099 Hamburg\n📅 Samstag\, 10.10.2026\n🕔 Einlass: 17:00 Uhr | Beginn: 17:30 Uhr \nWir freuen uns auf einen inspirierenden Austausch und einen schönen gemeinsamen Abend!
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SUMMARY:11/2026 Lesezirkel im November
DESCRIPTION:»Ist es wahr\, Fürst\, daß Sie einmal gesagt haben\, die Welt werde durch die Schönheit erlöst werden?«\n— Ippolit an Fürst Myschkin (Teil III\, Kapitel V) \nDostojewskis Roman „Der Idiot“ handelt von Fürst Lew Myschkin. Nach Jahren im Ausland kehrt Fürst Myschkin nach Russland zurück. Er ist aufrichtig\, gutherzig und frei von Misstrauen. Jene Eigenschaften\, die ihn in einer Gesellschaft voller Eitelkeit\, Geldgier und Intrigen wie einen Fremden erscheinen lassen. \nSchon bald gerät Myschkin zwischen zwei außergewöhnliche Frauen: die geheimnisvolle und gesellschaftlich geächtete Nastasja Filippowna und die junge\, selbstbewusste Aglaja. Zwischen Liebe\, Eifersucht und verletztem Stolz entwickelt sich ein verhängnisvolles Beziehungsgeflecht. \nDostojewski erzählt von einem Menschen\, der versucht\, seinen Mitmenschen mit bedingungslosem Mitgefühl zu begegnen und daran in einer Welt voller Leid\, Leidenschaft und Egoismus zu zerbrechen droht. Der Idiot ist ein tiefgründiger Roman über die Frage\, ob Güte in einer unvollkommenen Welt bestehen kann. \nDabei stellt der Roman eine Frage\, die Jahrzehnte später auch Erich Fromm in Die Kunst des Liebens beschäftigt: Was bedeutet es eigentlich\, wirklich zu lieben? Der Roman liest sich dadurch fast wie ein Gedankenexperiment zu Fromms Buch: Was passiert\, wenn ein Mensch tatsächlich so liebt\, wie Fromm es als Ideal beschreibt\, und zwar kompromisslos\, ohne die schützenden Selbsterhaltungsmechanismen\, die die meisten Menschen einbauen? So lässt sich Der Idiot auch als eindringliche Auseinandersetzung mit der Möglichkeit und den Grenzen menschlicher Liebe lesen. \nZur Besprechung des Romans treffen wir uns am Donnerstag\, den 05.11.2026 um 19 Uhr in der Kuppel der Centrum-Moschee.\n(Böckmannstr. 40\, 20099 Hamburg)
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SUMMARY:Die Politik der Liebe – Über die Kunst guter Führung
DESCRIPTION:Werte Gäste\, liebe Leserinnen und Leser\, \nwir laden Sie herzlich zu unserem NmA Themenabend „Die Politik der Liebe – Über die Kunst guter Führung“ mit dem Gast Prof. Dr. Gesine Schwan ein. \nDie Veranstaltung findet am Freitag\, den 06. November 2026\, um 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) in der Zentralbibliothek (Hühnerposten 1\, 20097 Hamburg) statt. \nWas hat Liebe mit Politik zu tun? Und kann Liebe – verstanden nicht nur als Gefühl\, sondern als Haltung zum anderen Menschen – eine Grundlage guter politischer Führung sein? \nDer Philosoph und Psychoanalytiker Erich Fromm beschreibt in „Die Kunst des Liebens“ die Liebe als eine aktive Haltung\, die Fürsorge\, Verantwortung\, Achtung und Erkenntnis voraussetzt. Reife Liebe bedeutet für ihn die Fähigkeit\, sich einem anderen Menschen wirklich zuzuwenden. Zugleich stellt Fromm die gesellschaftliche Frage\, unter welchen Bedingungen eine Gesellschaft diese Form der Liebe ermöglicht oder verhindert. \nAuch Navid Kermani verbindet in „Wenn sich unsere Herzen gleich öffnen“ die Liebe mit einer gesellschaftlichen und politischen Dimension. Liebe kann dabei zu einer Form des Widerstands gegen Entmenschlichung\, Ausgrenzung und die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft werden. \nIm Gespräch mit Prof. Dr. Gesine Schwan wollen wir diesen Fragen nachgehen: Warum scheint politische Praxis heute häufig von dem entfernt zu sein\, was Fromm unter reifer Liebe versteht? Welche gesellschaftlichen Bedingungen braucht es\, damit Verbundenheit gelingen kann? Und kann politische Führung selbst Ausdruck einer solchen Haltung sein? Welche Bedeutung haben politische Vorbilder für unsere Gegenwart? \nProf. Dr. Gesine Schwan ist Politikwissenschaftlerin und eine engagierte Stimme für Demokratie\, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine Politik des Dialogs. Sie war langjährige Präsidentin der Europa-Universität Viadrina und kandidierte 2004 und 2009 für das Amt der Bundespräsidentin. 2013 erhielt sie den Erich-Fromm-Preis für ihren Einsatz für Verständigung\, Solidarität und ein verbindendes Europa. In ihrer Fromm-Lecture „Taugt Erich Fromm heute für die politische Praxis?“ setzte sie sich bereits mit der Frage auseinander\, was Fromms Denken für politisches Handeln bedeuten kann und knüpft damit unmittelbar an unseren Themenabend an. \nWir freuen uns auf einen anregenden Abend mit Prof. Dr. Gesine Schwan\, auf das gemeinsame Nachdenken über Politik\, Liebe und Führung und auf die anschließende Diskussion mit ihr. \nHerzliche Grüße\nEuer NmA-Team \n— \nDie Veranstaltung ist barrierefrei und findet in deutscher Sprache statt.
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